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Mein Weg zur Berufung

"Trust your song and sing" – 12 Kurzgeschichten:

 

11.) In den Dienst genommen sein 8.) Menschen

6.) All-eins-sein

4.) Glückseeligkeit
1.) Meine Wurzeln
3.) Sternennacht

5.) Dasein - Zuhören - Wahrnehmen

7.) Inspiration
9.) Wende

12.) Meine Gabe - es atmet mich

10.) Mein Weg - meine Berufung 2.) Leben und Sterben

 

2.) LEBEN UND STERBEN

So kam es auch des Öfteren vor, dass Vater gerufen wurde, wenn jemand im Sterben lag oder gerade verstorben war. Früher wurden die Angehörigen ja noch daheim aufgebahrt. Er begleitete die Menschen auf ihrem letzten Weg, wusch den Leichnam, bettete ihn in den Sarg und tröstete die Verwandten. Vater nahm uns Kinder dann zum Beten mit.

Ich erlebte diese Zeit immer als etwas Besonderes. Trotz all der Trauer der Angehörigen war auch immer etwas Feierliches dabei. Ich war als Kind immer sehr berührt von dem, was da alles wahrzunehmen war, und außerdem gab's nach dem Beten noch Kaffee und Reindling, was es sonst nur feiertags gab. Das Leben ging weiter ...

Auch meine Großmutter verstarb daheim. Diesmal war es natürlich sehr schmerzvoll für mich. Ich liebte sie so sehr. Nach dem Tod von Großmutter nahmen meine Eltern immer wieder Verwandte auf deren Bitte hin bei uns auf, die schon alt und gebrechlich waren und nicht mehr alleine leben konnten. Auch sie starben daheim in unserer Familie. So erlebte ich schon als Kind und Jugendliche, dass Leben und Tod zusammengehören.